Rund um das Thema Scheidung




Rund um das Thema Scheidung

Beitragvon edy » So 5. Aug 2018, 14:01

Hier können Fragen rund um das Thema Scheidung gestellt werden.
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edy
 
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von Anzeige » So 5. Aug 2018, 14:01

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Re: Rund um das Thema Scheidung

Beitragvon Timekeeper » Fr 31. Aug 2018, 16:54

Hi,

Scheidungen, das waren früher die Ausnahme. Als ich zur Schule ging, da war in drei Abiturientenklasse eine Mitschülerin, deren Eltern geschieden waren. Entsprechend waren Scheidung/Familienrecht auch für angehende Juristen an der Uni als Veranstaltungsfach eher selten. Grund hierfür war auch die gesellschaftliche Stellung/Ächtung von Geschiedenen in der Gesellschaft. Es war anrüchig. Dies änderte sich erst nach der großen Familienrechtsreform. 1976 wurde das Verschuldensprinzip abgeschafft, das Zerrütungsprinzip eingeführt. Den Antrag auf Ehescheidung konnte jetzt nicht nur der am Scheitern der Beziehung schuldlose Teil stellen, sondern auch der andere Teil.

Unterhalt, Sorgerecht für die Kinder, Umgangsrecht u.s.w. waren nicht mehr an Unschuldszuweisungen gebunden, es ging primär um die Regelungen, die erforderlich und sinnvoll waren. Dieser Grundgedanke, das brauchte natürlich seine Zeit, bis er nicht nur vernunftmäßig in den Köpfen der Betroffenen und Juristen angekommen war, sondern bis er auch wirklich konsequent umgesetzt wurde.

Heute können wir sagen, dass wir angekommen sind. Die Richter weigern sich erfolgreich, in Partnerdreck rumzuwühlen.

Geschieden wird nach einem Jahr der Trennung, wenn man sich einig ist. Wenn man sich nicht einig ist, nach drei Jahren. Allerdings kann eine Scheidung auch bei Uneinigkeit nach einem Jahr geschieden werden, wenn der Richter überzeugt ist, dass die Ehe hoffnungslos zerrüttet ist. Eine Blockadehaltung rein aus Terrorisierungsgründen hilft also nicht weiter. Weiterhin wird nur entschieden, was auch beantragt ist, von Amts wegen kommt lediglich der Versorgungsausgleich dazu, wenn die Ehe länger als drei Jahre dauerte. Kinder, Hausrat, Vermögensaufteilung u.s.w. bleiben völlig außen vor, wenn es die Betroffenen so wollen.

Es kann auch schneller als nach einem Jahr geschieden werden. Aber, diese Fälle werden zunehmend zur absoluten Ausnahme. Langte in den 70er Jahren noch ein Ehebruch aus, um jemanden vorzeitig zu scheiden (das Verschuldensprinzip und die Idee des Abstrafens war noch zu tiel in den Köpfen verwurzelt), so gehen die Gerichte heute in der Regel davon aus, das Trennung und Zuwarten zumutbar ist. Das ganze Verfahren wurde dadurch enorm vereinfacht und auf eine vernünftige emotionslose Ebene gebracht.

Wer sich scheiden lassen will, benötigt einen Anwalt. Anträge können in einen Scheidungsverfahren nur von einem Anwalt vorgebracht werden. Allerdings benötigt der andere Partner nur dann einen Anwalt, wenn er eigenständige Anträge stellen möchte. Wenn er einfach zustimmt, wenn nichts zu regeln ist, dann benötigt er keinen Anwalt, kann sich also diese Kosten sparen. Ihr seht, man kann durch Vernunft und planvolles Vorgehen vieles einfach so regeln, ohne nervende Schriftsätze der Gegenseite. Dieses planvolle Vorgehen mag am Anfang schwierig sein, wenn die Trennung noch ganz frisch ist, muss man sich doch eingestehen, dass ein Lebenskonzept gescheitert ist. Das ist hart, aber im Laufe der Zeit wird man ruhiger, organisiert sein Leben neu, und kann dann dem Ganzen weniger emotionsgeladen entgegen sehen. Die Vernunft gewinnt dann häufig doch (dem Himmel sei dank) die Oberhand.

So, das war mal mein Einstieg in die Problematik. Und nun fragt uns Löcher in den Bauch!

Herzlichst

TK
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Sofort zum Anwalt?

Beitragvon edy » Mo 12. Nov 2018, 19:01

Beachte immer,der Anwalt kostet i.d.R Geld.

Ob ich sofort einen Anwalt brauche hängt von verschiedenen Sachen ab.

Geht es zunächst um die Kinder ( Kindesunterhalt) oder geht es auch um mich ( steht mir Trennungsunterhalt zu?)

Wenn es um Kindesunterhalt geht, kann ich vom Jugendamt eine kostenlose Berechnung durchführen lassn.

Bei Trennungsunterhalt ist ein Fachanwalt für Familienrecht sinnvoll.

Alle weiteren Themen rund um die Scheidung sollten überlegt werden.Kann man sich einvernehmlich ( und ohne Streit,kostenlos,einigen? ).

Jeder Streitpunkt führt zu weiteren Anwalts/Gerichtskosten.
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